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Als kontingent wird Etwas erachtet, dass im Spielraum weiterer Möglichkeiten existiert. Dabei wird der Raum zugestandenen Andersseins als sehr real gesehen. Dieser Begriff wird zuerst allgemein benutzt. Bei genauerer Analyse führt dies aber zu einem Begriff, der insbesondere aus der Sicht eines System zu verstehen ist. Kontingenz ergibt sich dann aus der unvollständigen Kenntnis, die ein System von Etwas hat, oder möglicher Unsicherheit oder Unbestimmtheit.

Kontingenz ist ein Schlüsselbegriff in der [soziolgischen Systemtheorie]? (SST) von Niklas Luhmann.

Die allgemeine Verwendung des Begriffs Kontingenz beschreibt oft eine noch nicht genügend unterschiedene Situation. Einerseits die Feststellung einer Offenheit von Etwas, was noch genauer zu bestimmen sei. Dann etwas, was dann bestimmt ist, aber immer noch im Rahmen von solcher Unbestimmtheit angesiedelt bzw. damit in Zusammenhang gebracht wird.

Kontingenz bezeichnet also eher den Spielraum bzw. die Tatsache dass ein solcher existiert, der in einem System offen gehalten wird. Und dieser wird dann in der Begegnung mit Etwas verschwinden.

Die Situation ist tatsächlich so, dass ein System sich (zuerst) in einer Situation befindet, die eine solche Unbestimmtheit beinhaltet. Ein Etwas löst (dann) diese Unsicherheit auf. Insofern ist das Etwas im Einzelfall tatsächlich selbst nicht kontingent. Um über all jene Etwasse sprechen zu können, die eine derartige Unbestimmtheit auflösen können, aber im Einzelnen noch nicht bekannt sind, wählt man zunächst einen Sammelbegriff. Auf diesen trifft natürlich die Bezeichnung kontingent zu. Wenn man so will, geht die Kontingenz von Etwas immer zu Lasten eines Systems, dass in Erwartung von Etwas ist. Diese Erwartung selbst ist das eigentlich kontingente.

Damit ist der Begriff auch in einem weiteren Zusammenhang mit dem Begriff der Information der Informationstheorie in Verbindung zu bringen. Information bezeichnet (in eher technischen Systemen) die genaue Wahl eines Etwas aus einer Menge möglicher Alternativen. Kontingenz ist dann ein Ausdruck des Grads dieser Alternativen. Der Begriff Entropie geht in diese Richtung.

Die systemische Betrachtung legt einen weiteren Begriff nahe: Fremdbestimmung / Fremdselektivität / Fremdbestimmungsmöglichkeit. Dieser beinhaltet gleichzeitig die Differenz System / Umwelt. In bezug auf Wissen charakterisiert er Information richtigerweise als von aussen kommend und daher (zuerst) nicht wissbar. Diese Nichtwissbarkeit ist auch typisch für den Begriff des Zufalls. Und auch für Zeit, die in der Veränderung des schon Gewussten liegt.

(Der Aufhebung der Kontingenz dient die im Rahmen der sozialen Handlung vollzogene Aktivität, die folgerichtig Mögliches in Bestimmtes, Unsicherheit in Sicherheit, Ungewusstes in dann Gewusstes, Zukunft in Vergangenheit überführt. Oder auch: Informationsaufnahme = Extern (mit)bestimmte (intern gespeicherte) Formation)

Erscheint als: Abhängigkeit von Ressourcen, Unsicherheit von Information, Ungewissheit des Verhaltens sozialer Partner Gegenbewegung: Kontingenzmanagement, Erzeugen von Redundanzen, umweltunabhängige Gewissheitsgrundlagen, Ritualisierungen, Möglichkeiten zur Unsicherheitsabsorption

Positiver: Offenheit, Bereitschaft, Ergänzbarkeit, Mitbestimmbarkeit, Freiheitsgrad


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