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Klonen, Klone

Klonen ist das künstliche Entwickeln eines kompletten Organismus oder wesentlicher Teile davon, ausgehend von internen (genetischen) Informationen (Ursprungs- oder Bauplaninformationen), die einem bereits existierenden Organismus entnommen wurden, mit der Besonderheit, das dann damit eine dem Original entsprendende wiederholende (körperliche!) Entwicklung vollzogen wird oder vollzogen werden soll.

Ein 'Klon' ist ein Exemplar eines auf diese Weise künstlich entwickelten Organismus. Hinweis: Der Ausgangs-Organismus wird NICHT kopiert! Es wird nur ein Teil, nämlich ein Teil des genetischen Gedächtnisses oder das gesamte genetische Gedächtnis kopiert. Der Organismus besteht aber aus dem Endprodukt einer langen Entwicklung, die weitere Gedächtnisse ausserhalb des genetischen bildet. Der 'Klon' ist daher in dem Masse eine Fiktion, wie andere Gedächtnisse wesentlich die Ausprägung (s)eines Wesens bestimmen. (Versuchen Sie nicht, eine Tomate zu werden!)

Diese seit den 90er Jahren vom Menschen beherrschte Technik ermöglicht insbesondere die Vervielfachung als nützlich erachteter kultivierter Pflanzen und von Tieren, ohne die allen bisherigen Verfahren (der Fortpflanzung) folgende Variation dieser hinzunehmen.

Traurig festzustellen: Klonen macht aber nur Sinn, wenn der natürlichen Fortpflanzung (im Allgemeinen) und der natürlichen Fortpflanzung der Klone selbst (im Besonderen) keine besondere Bedeutung beigemessen wird. Auch den Anteilen, die ausserhalb des genetisch bedingten Bereichs liegen, also erworbenen Strukturen, wird dabei offenbar nur ein nachfolgender Rang zugeschrieben. Im gleichen Masse wie die Gentechnik als Grundlage dieser Technik hier einen Triumph der Möglichkeiten feiert, gerät sie daher gleichermassen in Kritik und unter Rechtfertigungsdruck. Insbesondere wenn es um die Anwendung der Technik auf Menschen geht. Sie ist aber bezogen auf Pflanzen und Tiere nur eine von vielen Techniken, die tagtäglich die Funktionalisierung bzw. Industrialisierung ganzer Lebewesen zum Inhalt hat. Sie entspringt der ökonomischen Idee der Wiederverwendung einer bereits erfolgten (genetischen) Entwicklung.

Klonen ist an sich keine Erfindung des Menschen. Eineiige Zwillinge, Drillinge, Vierlinge usw. wurden auch von der unmanipulierten Natur hervorgebracht. Aber die Natur hat anscheinend deutlich erkannt, dass die einseitige Vervielfachung - ohne Variation - ein Sackgasse ist, die langfristig zu einer Verarmung führt. Stetige Anpassung durch Neuerschaffung unterschiedlicher Wesen führt zu dauerhafteren Ergebnissen.


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Last edited June 11, 2001 9:55 am by StefanRybo (diff)
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